Shannon Summer. Deleted Scenes

Das Monster von Guin Ness

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Something liquid this way comes: Showdown am Lough Key – zwischen Nebel (nicht im Bild) und Castle Island (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zum Logbuch, Folge 1). Early Bird Session auf der Molly Malone. Als wir ablegen, gähnt der Sonnengott und dreht gemächlich am Dimmer. Nebelfetzen schweben hier und dort über den Lough Key. Sieht aus als würde Scotty ein paar Schwäne beamen. Ich überrede mich zu einem Koffein-Update. Superpams Schrei trifft mich wie ein betrunkener Seemann, der vom Mast fällt. „Da war was im Wasser. Etwas riesiges!“ Ich drehe die Gasflamme ab und stürze nach oben. Superpam ist erstarrt. Deutet in die Nebelwand. „Da!“ Ich seh’ nur Weiß. Und sage das auch: „Ich seh nur Weiß!“ „Eben war es noch da.“ Ich wende mich zum Steuermann. „Brezner?“ „Nichts gesehen, Captain.“ „Gibt’s hier Seeungeheuer?“ fragt Superpam. Ich hebe die Schultern. „Im Reiseführer stand nix. Auf der Karte ist auch keins eingezeichnet.“ „Da war was“, schrillt Superpam. „Ich schwör’ beim Bart von Yoko Ono.“

Ein merkwürdiges Zischen und Rauschen von Backbord. „Okay“, sage ich und drücke eine imaginäre Fluppe aus. „Kinder, Frauen und Funktionäre bitte unter Deck. This programme is for men only.“ Superpam verdreht die Augen, verdrückt sich aber doch nach unten. Brezner folgt ihr. „Moment!“ Meine Augenbrauen flattern bedrohlich. Man nennt es Totenkopf-Flagge. „Kind? Frau? Funktionär?“ Brezner schwenkt eine leere Amstel-Dose. „Letzteres. Bierhol-Direktor.“ Ich lehne mich über die Reling. Und mache eine Ansage ins Nichts: „Zeig dich, du bescheuerte Kaulquappe, am besten mit erhobenen Flossen. Bei unsportlichen Bewegungen gibt’s was auf den Kiemenhalter.“ Nichts. „Okay, Pfützen-Nessi, deine Warte-Nummer wird aufgerufen. Make your last prayer!“ Nichts. Hoffentlich sind grad’ keine Ösis unterwegs. Die könnten mich glatt für einen Landsmann halten.

Wieder dieses Geräusch als würde etwas Großes aus der Tiefe aufsteigen. Diesmal ganz nah. Ein riesiger silbergrauer Kopf taucht neben dem Boot auf. Lordy, so haben wir nicht gewettet. „Hallo Monster, was kann ich dir anbieten.“ Man kann ja auch mal diplomatisch vorgehen. „Eine Dose Bier. Ähhm … eine Jungfrau … wenn du kein Erbsenzähler bist.“ Dann sehe ich genauer hin und atme durch. Quasi Zen-Meister. „Alle Mann und Frau an Deck! Das Monster von Guin Ness ist hier.“ Gemeinsam hieven wir das Bierfässchen an Deck. Und Superpam stimmt den passenden Song an: „What shall we do the drunken monster?“ Brezner: „Tie it and tap it untill it’s all empty … Early in the morning.“

(Fortsetzung folgt – vielleicht)

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