Shannon Summer. Irisches Logbuch (4)

Eine Hausbootfahrt mit Enten

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Titanic auf dem Shannon: It’s not a trick, it’s an Ösi. (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 3). Auf dem Rückweg vom Lough Ree nach Carrick vertäuen wir unsere Molly noch einmal an der schnuckeligen Anlege Carnadoe. Ein idyllisches Nichts mit gefühlter Kelten-Brücke. Vor einigen Tagen haben wir an dieser Stelle die Schiffbrüchigen ausgesetzt. Ich schlage eine Runde Judo vor. „Damit das Wetter stabil bleibt.“ Die Mannschaft winkt geschlossen ab: „Fuck you, Captain! Lass uns lieber ein Amstel opfern. Das hilft genauso.“ Spaßbremse des Tages geht an Superpam.

Als wir faul in der Wiese liegen, futtert ein Entenpärchen unseren Proviant. Anschließend begutachten die beiden unsere Yacht. Superpam freut sich über den Besuch. Ihre rote Gummi-Ente wirkt unter der Dusche etwas uninspiriert. Ich bin mir sicher, die beiden Enten lästern über die Touris und wie toll es ist, den Hausbootfahrern erst die Vorräte wegzumampfen und hinterher das Deck mit weißem Hausmacher-Senf zu ornamentieren. Donald: „Komm, Schwänchen, denen kacken wir auf die Gartenstühle.“ Daisy: „Ach nöööööö. Diese Jolle is’ mir zu popelich. Die haben nich’ ma’ Satellit. Möchte beim Abstuhlen Bonanza glotzen.“ Ich: „This is your fucking Captain speaking. Game over, verdammte Wasserwachteln! Wenn ihr nicht mit dem nächsten Dampfer abschiebt, pump ich euch ins Bordklo! Da haben wir schon ganz andere Monster verstaut.“

Die Quakis haben ein Mörderglück. Gerade schieben die orientierungslosen Ösis zum achten Mal ihren imperialen Flusskreuzer vorbei. Flatterschnatter. Schon haben unsere Enten die Ösis geentert. Wir klemmen uns Kippen in die Ansage-Klappen und signalisieren Feuerbedarf. Die Ösis winken mit dem Mittelfinger. „Okay, klar machen zum Entern!“, hallt mein Kommando über Deck. „Ei, ei, ei – Verpoorten“, meldet sich Seichtmatrose Brezner. „Soll ich die Piratenflagge hissen, Captain?“ „Nö, machen wir, wenn’s geklappt hat.“ „Und wenn wir auf Grund gehen?“, fragt Superpam, um sich für die Spaßbremse der Woche in Stellung zu bringen. „Dann hissen wir die Ösi-Flagge. Wie immer!“ „Wo ist die Piratenflagge überhaupt?“ Ich entledige mich meines St.-Pauli-T-Shirts. „Hier. Das braucht eh ‘ne steife Brise zum Durchlüften.“ Und schon angelt Brezner einen alten Störtebeker-Song aus seiner guinnessgeölten Kehle: Wo unsere Fahne weht / ist es für jedes Schiff zu spät …

(Happy Ente)

PS: Hier geht’s zum Abspann und hier zum Bilderlogbuch.

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