Shannon Summer. Irisches Logbuch (3)

Eine Hausbootfahrt mit Enten

Schwimmwesten-Posing: Super-Pam als schicke Parkhilfe (Foto: Munich Globe Bloggers)

Schwimmwesten-Posing: Super-Pam als schicke Parkhilfe (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 2). Die vier Angeber-Ösis mit ihrer Queen Mary 2 brauchen eine gute Stunde, bis sie endlich an uns vorbei sind. Unser Hausboot Molly Malone liegt am Steg. Die Ösis schieben Vollgas. Halbe Schiffslänge hätte noch genug Statuspunkte abgeworfen. Wollen die an Deck inlineskaten? Brezner meint, das erinnere ihn an Spaceballs. Kino-Junk-Banausin Superpam braucht eine seitenlange Fußnote. Sie kennt weder Star Wars noch Mel Brooks’ mittelwitzigen Kommentar dazu. Unsere Lieblingsszene: Lord Helmchens Raumschaukel Spaceball 1 schiebt sich gefühlte fünf Minuten durchs Bild, bis endlich das Heck in Sicht ist.

Apropos Space. Wann immer wir irgendwo an Land gehen und die Gegend inspizieren, fühlt es sich an wie frisch von der Enterprise runter gebeamt. Superpams neuer Handy-Tricorder hat ein integriertes Pub-Ortungssystem. Damit findet sie jeden Zapfhahn im Umkreis von zehn Meilen. Das Ding piepst und sirent die ganze Zeit. Quasi utopisch, in Irland weiter als hundert Meter von einem Pub entfernt zu sein. Außerdem haben wir Brezner. Er riecht sogar verpacktes Bier auf fünfzig Meilen.

Landgang in Lanesborough. Kontakt zur Dorfjugend. Die Aborigines sind schwer beeindruckt. Mit landes- und schichttypischen Respekt-Formeln salutieren sie meiner Crew: „Sexy bitch!“ (Superpam). „Sexy bumb!“ (Brezner). Beim Captain, verschlägt es ihnen leider die Sprache. Erst als ich demonstrativ meinen Oscar nominierten Premium-Hintern tanzen lasse wie die Samba-Queens in Rio, entlädt sich das stumme Staunen. Vielstimmig schallt es über die Marina: „Sexy bones!“

Bei den Anlegestellen am Shannon wuchern auffällig viele Neubausiedlungen im havarierten Pleasantville-Marine-Style. Fast immer dieselbe Baufirma. Und fast alle Häuser stehen leer. „Spekulanten“, erklärt uns die freundliche Lady von der Dampfeisenbahn in Dromod am Gleis 9 ¾. Mit den leerstehenden Siedlungen werde Geld gemacht, die alten Dörfer systematisch kaputt spekuliert. Traurig. Eine Weissagung von Häuptling Großes Bier alias Brezner bewegt den Nachmittag endgültig in die Weltuntergangsrichtung: „Erst wenn alle Häuser gleich aussehen, werdet Ihr merken, dass Ihr nicht mehr nach Hause findet.“ Immer noch besser, als wenn er im Schlaf wieder das gesamte Spider-Murphy-Gang-Repertoire aufsingt. Düdüp. Düp. Dü dü düdüp. Düp.

(Weiter zu Folge 4)

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